Mittelschule Scheinfeld schullogo ms 08 im Schulverbund mit Iphofen und Marktbreit


3.1 Beitrag : Elternseite: Schule und Unterricht

3.1.2 Unterricht in einem Kunstprodukt

Schule ist ein Kunstprodukt und leidet schon immer an der mangelnden Echtheit. Das merken auch unsere Kinder. Die Aufgabensituationen - etwa in der Prozentrechnung in Mathematik - sind nicht das natürliche momentane Problem unserer Schüler. Sie müssen sich damit abfinden, dass an Problemsituationen des Lebens jahrelang vorweggenommen gearbeitet wird in der Hoffnung, dass die Lösungsmöglichkeiten später einmal gebraucht werden. Hierin steckt gerade in der Haupt-bzw. Mittelschule ein gewaltiges Motivationsproblem vor allem für solche Schüler, die den Zusammenhang von Aufwand und Ertrag sofort erleben möchten.

3.1.3 Wissensexplosion und Lehrplan

 Die Wissensexplosion der letzten Jahrzehnte gestattet keinen festen Themenkanon mehr. Es ist nicht mehr möglich, den Schülern all das Wissen und Können beizubringen, mit dem sie von der Welt nach dem Schonraum Elternhaus-Schule konfrontiert werden.

2.1.4 Lernkompetenz

Deshalb legen wir den Schwerpunkt inzwischen immer stärker auf die Ausbildung der Fähigkeit, neues Können und Wissen eigenständig zu erwerben.

Das geschieht in Form von Projektarbeiten, der Erstellung von Projektmappen, Referaten oder Kurzvorträgen. Hier lernen die Schüler, selbstständig Wissen zu erwerben und verschiedene Quellen richtig zu benutzen. Das Betriebspraktikum in den Klassen 8 und 9 ermöglicht Erfahrungen in der realen Arbeitswelt. Die Unterrichtsangebote in den Praxisfächern Wirtschaft, Soziales und Technik, Kunst, Musik, Sport oder Informatik sprechen den Schüler direkt an und fordern echtes Können und Wissen. Dabei erfährt er schneller den Zusammenhang von eingebrachter Leistung und Erfolg, als wenn der sprachliche Ausdruck durch Lesen in Deutsch besser werden soll.

Neben diesen Lernformen ist auch noch das "sture Pauken" und Auswendiglernen von Nöten. Das kennen wir Erwachsenen aus unserer persönlichen Geschichte: Die Verkehrsregeln bei der Führerscheinprüfung lassen sich schlecht vorsingen oder lustvoll und mit Spaß ins Gedächtnis brennen: Hier ist ein typisches Beispiel von vorauseilendem Auswendiglernen. Eine Gedichtzeile auf den Lippen zu haben, wenn man von der Natur einer Nordseeinsel überwältigt ist oder einen Psalm, wenn das Leben grenzwertig wird, gehört zu unserer Natur und man muss das erst `mal vorher gelernt haben. Die Gesetze der Bruchrechnung sollten nach der 6. Klasse sitzen, wenn man denn im Quali Bruchgleichungen lösen will.

Unsere moderne Zeit diktiert uns seit der Sechzigergeneration alles zu hinterfragen und nichts mehr einfach anzunehmen, wie es ist. Viele Erwachsene haben diese Einstellung unbewusst übernommen und geben sie an ihre Kinder weiter, weil dadurch vieles leichter zu werden scheint. Doch in der Bildung kommen solche Schüler oft weiter, welche diese kritische Haltung nur in einem moderaten Stil anerzogen bekommen haben.

Als Lehrer haben wir erfahren, dass solche Schüler besser abschneiden, die sich Lernpflichten auch dann unterziehen, wenn sie deren Sinn noch nicht erkennen können. Zu einer solchen Haltung sollten wir unsere Kinder vor dem Hintergrund unseres bestehenden Schulsystems erziehen. Das aber kann nur gelingen, wenn wir als Eltern mit unserem Schulkind ständig im Gespräch bleiben und die Schulbildung nicht nur als Aufgabe der Schule begreifen, die mit der Familie nichts zu tun hätte. Das schulden wir dringend unserer Verantwortung als Eltern, wenn wir schon wollen, dass die Noten im Zeugnis besser werden und unser Kind im Leben glücklich bestehen möge.

Lage: Mittelschule Scheinfeld - 91443 Scheinfeld, Lerchenbühlstraße 19 - 800 m im Norden des Stadtzentrums - GPS: 49.67283548650958 ,  10.462782382965088